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AI Act bei Allegro Ads: Display- und Videoanzeigen kennzeichnen

SK
Sebastian Kot
CEO & Gründer
AI Act bei Allegro Ads: Display- und Videoanzeigen kennzeichnen

Seit dem 2. August 2026 können Display- und Videoanzeigen in Allegro Ads eine KI-Kennzeichnung erfordern. Erfahren Sie, was als Deepfake gilt und wie Sie vorgehen.

Informationsstand: 7. August 2026 · etwa 12 Minuten Lesezeit

Seit dem 2. August 2026 können fotorealistische Grafiken oder Videos, die mithilfe von KI erstellt wurden, bereits beim ersten Kontakt der Zielgruppe mit der Anzeige eine deutliche Kennzeichnung erfordern. Das gilt auch für bezahlte Werbemittel in Allegro Ads. Die Plattform bringt die Kennzeichnung jedoch nicht für Werbetreibende an und erkennt auch nicht automatisch, ob ein Material mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden ist.

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Das bedeutet nicht, dass jede mit einem KI-gestützten Tool bearbeitete Grafik den Hinweis „KI“ tragen muss. Für Werbetreibende ist entscheidend, ob das fertige Bild, die Audioaufnahme oder das Video die Definition eines Deepfakes erfüllt: Es ähnelt etwas tatsächlich Existierendem oder realistisch Möglichem und kann fälschlich als authentisch wahrgenommen werden. In diesem Leitfaden erklären wir, wie Sie diese Prüfung durchführen, eine passende Kennzeichnung vorbereiten und aktive Kampagnen kontrollieren.

Wichtig: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Bewertung hängt von der Rolle des Unternehmens, der Art der Nutzung des KI-Systems, dem fertigen Werbemittel und dem Kontext ab, in dem die Zielgruppe es sieht. In Grenzfällen empfiehlt sich eine individuelle rechtliche Prüfung. Tweetnij

Redaktionelle Visualisierung von FAEO: Eine KI-Kennzeichnung sollte in unterschiedlichen Werbeformaten und Bildausschnitten sichtbar bleiben.

# Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Der AI Act verbietet den Einsatz von KI in der Werbung nicht. Artikel 50 führt Transparenzpflichten für bestimmte Systeme und Inhalte ein.
  • Für Werbetreibende betrifft die sichtbare Kennzeichnung Material, das ein Deepfake darstellt – nicht automatisch jede Korrektur mit einem Tool, das KI-Funktionen nutzt.
  • Die Kommission nennt drei Prüfbausteine: Ähnlichkeit, Bezug zu etwas tatsächlich Existierendem oder realistisch Möglichem und die Gefahr eines falschen Eindrucks von Authentizität.
  • Allegro nennt als Beispiele von Grund auf erstellte Grafiken und Videos, ein echtes Produkt vor einem KI-Hintergrund sowie ein virtuelles Model, das ein Produkt präsentiert. Das sind Fälle, die geprüft werden müssen, keine automatischen rechtlichen Einstufungen.
  • Die Regeln können alle Formate der Display-Werbung sowie Videoanzeigen in Allegro Ads betreffen.
  • Im Allegro-Ads-Panel gibt es kein Tool, das die Kennzeichnung hinzufügt. Werbetreibende müssen sie bereits bei der Gestaltung der Grafik oder beim Videoschnitt einbauen.
  • Vor der Aktivierung sollten Sie die Vorschau auf Desktop, Tablet und Smartphone prüfen und sicherstellen, dass die Kennzeichnung im Sicherheitsbereich liegt.
  • Allegro prüft den KI-Einsatz im Rahmen der Moderation nicht automatisch. Dass eine Anzeige nicht abgelehnt wurde, bestätigt keine Rechtskonformität.
  • Für bezahlte Ads-Werbemittel gilt ein anderer Prozess als für Bilder in Angeboten, bei denen Allegro nach der Erklärung des Verkäufers ein automatisches Wasserzeichen beschreibt.
  • Die Bußgeldobergrenzen der KI-Verordnung sind hoch, aber keine automatische Pauschale für einen einzelnen Banner. Entscheidend sind die Umstände, die Verhältnismäßigkeit und die Größe des Unternehmens.

# Was sich am 2. August 2026 geändert hat

Die Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz – kurz KI-Verordnung oder AI Act – trat am 1. August 2024 in Kraft. Ihre Vorschriften wurden schrittweise anwendbar. Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50, der unter anderem die Transparenz synthetischer Inhalte und von Deepfakes regelt.

Dieses Datum ist wichtig, sollte aber präzise eingeordnet werden. Nicht der gesamte AI Act ist am 2. August 2026 „in Kraft getreten“, und nicht jede Werbung, bei deren Erstellung KI eingesetzt wurde, ist seitdem verboten. Bei Bild-, Audio- und Videowerbemitteln kommt es vor allem darauf an, die künstliche Herkunft offenzulegen, wenn das Material die Definition eines Deepfakes erfüllt.

Im Juli 2026 veröffentlichte die Europäische Kommission die endgültigen Leitlinien, FAQ, einen Verhaltenskodex und freiwillige Icons für die Kennzeichnung von Inhalten. Dadurch lässt sich heute mehr erklären als anhand der ersten Ankündigungen: Die Pflichten des Anbieters eines Generators und die Pflichten von Werbetreibenden, die den Generator einsetzen, sind nicht identisch.

# Systemanbieter und Werbetreibende

Der Anbieter eines Systems, das Bild-, Audio-, Video- oder Textinhalte erzeugt, muss grundsätzlich dafür sorgen, dass die Ergebnisse maschinenlesbar gekennzeichnet sind und ihre künstliche Herkunft erkennbar bleibt. Das ist die Pflicht aus Artikel 50 Absatz 2. Die Verordnung sieht dabei unter anderem eine Ausnahme für Systeme vor, die lediglich Standardbearbeitungsfunktionen ausführen oder die Eingabedaten und deren Bedeutung nicht wesentlich verändern.

Werbetreibende oder Agenturen, die ein solches System beruflich einsetzen, können im Sinne der KI-Verordnung als Betreiber gelten. Veröffentlichen sie Bild-, Ton- oder Videoinhalte, die Deepfakes darstellen, müssen sie offenlegen, dass diese künstlich erzeugt oder manipuliert wurden. Diese Offenlegungspflicht folgt aus Artikel 50 Absatz 4; Absatz 5 regelt den Zeitpunkt sowie die Anforderungen an Klarheit und Barrierefreiheit der Information.

Die Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026 ist eng begrenzt: Sie gilt nur für Anbieter von KI-Systemen zur Erzeugung synthetischer Audio-, Bild-, Video- oder Textinhalte, die bereits vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, und nur für die technische Pflicht aus Artikel 50 Absatz 2. Die Offenlegungspflicht der Betreiber für Deepfakes nach Artikel 50 Absatz 4 wird dadurch nicht verschoben.

In der Praxis entstehen damit zwei Ebenen:

  1. Der Generator kann eine für Menschen unsichtbare technische Kennzeichnung einbetten.
  2. Werbetreibende können zusätzlich eine sichtbare oder hörbare Information für die Zielgruppe benötigen.

Metadaten, eine unsichtbare Markierung oder eine außerhalb des Werbemittels gespeicherte Erklärung ersetzen nicht den Hinweis, den die Zielgruppe spätestens bei der ersten Darstellung wahrnehmen soll.

# Was ein Deepfake in der Produktwerbung ist

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit einem Deepfake meist ein Video verbunden, das sich als Aufnahme einer bekannten Person ausgibt. Die KI-Verordnung verwendet eine breitere Definition. Ein Deepfake kann daher nicht nur Personen, sondern auch Gegenstände, Orte, Einrichtungen oder Ereignisse betreffen.

Nach den Leitlinien der Kommission müssen drei Kriterien gemeinsam bewertet werden:

  1. Ähnlichkeit – das Material ähnelt in hohem Maße der dargestellten Person, dem Gegenstand oder Produkt, dem Ort, der Einrichtung oder dem Ereignis.
  2. Tatsächliche Existenz oder realistische Existenzmöglichkeit – die Darstellung bezieht sich auf etwas, das existiert, realistisch existieren kann oder existiert haben könnte.
  3. Falscher Eindruck von Authentizität – die Zielgruppe kann das Material oder seine wesentliche Aussage für echt halten, obwohl es durch KI erzeugt oder manipuliert wurde.

Der Kontext zählt. Dieselbe Technik kann bei einer erkennbaren Fantasy-Illustration anders zu bewerten sein als bei einem realistischen Verkaufsbanner. In der Produktwerbung gehen Käufer üblicherweise davon aus, dass Produkt, Nutzung und Ergebnis wahrheitsgemäß dargestellt werden. Deshalb erfordern fotorealistische Werbemittel besondere Sorgfalt.

Dreistufige Deepfake-Prüfung: Ähnlichkeit, reale Plausibilität und das Risiko, dass der Inhalt für authentisch gehalten wird

Das Deepfake-Risiko lässt sich erst durch die gemeinsame Bewertung von Ähnlichkeit, realer Plausibilität und dem Anschein der Authentizität einschätzen.

# Welche Werbemittel eine Kennzeichnung erfordern können

Allegro nennt drei praxisnahe Beispielgruppen. In jedem Fall sollte die Aussage des fertigen Werbemittels geprüft werden, statt mechanisch nach dem Namen des verwendeten Tools zu entscheiden.

# Von Grund auf erstellte Grafiken oder Videos

Zeigt eine Anzeige ein realistisches Produkt, eine Variante, eine Funktion oder ein Ergebnis, die es in dieser Form noch nicht gibt, kann die Zielgruppe die Visualisierung wie ein echtes Foto oder eine echte Aufnahme verstehen. Das Risiko steigt, wenn nichts darauf hinweist, dass es sich um ein Konzept, eine Visualisierung oder ein KI-Werbemittel handelt.

Dass ein Bild von Grund auf generiert wurde, macht es noch nicht automatisch zum Deepfake. Eine erkennbar illustrative Darstellung, eine abstrakte Collage oder eine fantastische Szene müssen keinen falschen Eindruck von Authentizität erzeugen. Produktwerbung sollte jedoch klar zwischen einer Visualisierung und dem unterscheiden, was Käufer tatsächlich erhalten.

# Echtes Produkt vor einem KI-generierten Hintergrund

Ein reales Produkt in einer künstlich generierten Küche, einem Wohnzimmer, einer Werkstatt oder einer Außenkulisse gehört zu den von Allegro genannten Beispielen. Die Kommission nennt einen ähnlichen Fall: Ein echtes Foto einer leeren Wohnung, die mithilfe von KI möbliert wurde, ist ein Beispiel für ein teilweise manipuliertes Deepfake.

Nicht jeder KI-Hintergrund erfüllt automatisch die Definition. Entscheidend ist, ob die fertige Szene eine echte Fotosession, eine Produkteigenschaft oder eine Nutzungssituation suggeriert, die es in Wirklichkeit nicht gab. Ein schlichtes, klar als Grafik erkennbares Motiv kann weniger riskant sein als eine fotorealistische Inszenierung, die sich als echtes Interieur ausgibt.

# Virtuelles Model, Moderator oder realistische Figur

Eine fotorealistische Person, die Kleidung, Kosmetik oder ein Gerät präsentiert, kann wie ein echtes Model wirken. Sie muss keine bestimmte bekannte Person nachbilden, um eine Prüfung zu erfordern. Nach den Leitlinien kann auch eine Person relevant sein, die realistisch existieren könnte.

Bei Videos müssen Sie nicht nur das Bild, sondern auch den Ton bewerten. Eine synthetische Stimme, die einer realen Person ähnelt, oder eine künstlich erzeugte Produktdemonstration kann den Eindruck von Authentizität beeinflussen. Die Mitteilung von Allegro enthält keine gesonderte Anleitung für KI-Stimmen. In solchen Fällen empfiehlt sich daher eine vorsichtige, individuelle Bewertung.

# Wann Sie nicht automatisch eine Kennzeichnung hinzufügen müssen

Übliche technische Bearbeitungsschritte – Zuschneiden, Skalieren, Komprimieren, Rauschreduzierung, Belichtungskorrektur oder das Entfernen eines kleinen Staubkorns – erzeugen in der Regel keine falsche Szene. Allein die Tatsache, dass eine Software einen als „KI“ bezeichneten Algorithmus verwendet, bedeutet noch nicht, dass ein Deepfake entstanden ist.

Anders kann die Grenze verlaufen, wenn eine Bearbeitung die wesentliche Aussage verändert: Sie fügt eine Produkteigenschaft hinzu, entfernt einen Mangel, verändert die Funktionsweise, erzeugt eine nicht vorhandene Umgebung oder suggeriert ein Ergebnis, das sich nicht erreichen lässt. Dann kann neben der Transparenz über KI auch die Irreführung von Verbrauchern zum Problem werden.

# Angebotsbild und Allegro-Ads-Werbemittel sind zwei verschiedene Prozesse

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, weil Allegro zwei unterschiedliche Abläufe beschreibt.

Für Bilder, die einem Angebot hinzugefügt werden, beschreibt Allegro die Betaversion eines Tools, in dem Verkäufer den KI-Einsatz erklären und die Plattform automatisch ein Wasserzeichen anbringt. Einzelheiten finden Sie in unserem Leitfaden zu den Regeln für die Kennzeichnung von KI-Bildern in Allegro-Angeboten.

Bei Display-Werbung und Videoanzeigen fügt das Allegro-Ads-Panel keine Kennzeichnung hinzu. Werbetreibende wählen Inhalt, Schriftart, Form und Platzierung des Hinweises selbst und müssen ihn bereits in der Grafikdatei oder beim Videoschnitt einbauen.

Die Kennzeichnung eines Produktbildes befreit daher nicht automatisch von der Prüfung eines separaten Werbemittels. Umgekehrt ersetzt ein Hinweis auf einem Banner nicht die Erklärung, die beim Hinzufügen eines Bildes zum Angebot erforderlich ist. KI zur Erstellung eines Werbemittels ist außerdem nicht mit der Funktion „Podsumowanie AI“ im Allegro-Ads-Panel zu verwechseln, die Kampagnenergebnisse analysiert.

# Welche Allegro-Ads-Formate die neuen Regeln betreffen

Die Pflicht hängt nicht vom Namen des Formats ab, sondern vom Inhalt des Werbemittels. Allegro weist darauf hin, dass kennzeichnungspflichtiges Material in allen Formaten der Display-Werbung und in Videoanzeigen vorkommen kann:

  • Vorlagenanzeige – beim Logo,
  • Horizontaler Banner,
  • Vertikaler Banner,
  • Anzeige für den Marken-Shop,
  • Top-Banner,
  • Startseitenanzeige,
  • Flexibler Banner,
  • Videoanzeige.

Die Regeln gelten auch für Materialien, die in Zusammenarbeit mit einem Advertising Business Partner, für Sonderprojekte oder Allegro-Kampagnen erstellt werden. Wenn Sie an einem konkreten Format arbeiten, lesen Sie außerdem unseren Leitfaden zum vertikalen Banner in Allegro Ads.

# So kennzeichnen Sie eine Grafik oder ein Video Schritt für Schritt

Allegro schreibt weder einen bestimmten Wortlaut noch ein verbindliches Icon vor. Die Kennzeichnung muss klar, eindeutig erkennbar, barrierefrei und spätestens bei der ersten Darstellung sichtbar sein. Ihre Form sollte widerspiegeln, was die KI tatsächlich verändert hat.

# 1. Beschreiben Sie den Umfang der KI-Nutzung in einfacher Sprache

Statt eines unklaren Symbols können Sie einen zum Material passenden Hinweis verwenden, zum Beispiel:

  • „Grafik mit KI generiert“,
  • „Grafik teilweise mit KI bearbeitet“,
  • „Hintergrund mit KI generiert“,
  • „Virtuelles Model mit KI generiert“,
  • „Video enthält mit KI generierte Elemente“.

Das sind Beispiele für bewährte Praxis, keine von Allegro vorgeschriebenen Formulierungen. Die Kommission stellt außerdem freiwillige Icons bereit: ein Basissymbol sowie die Varianten „vollständig generiert“ und „teilweise verändert“. Tests der Kommission zeigen, dass ein Icon besser verstanden wird, wenn es von einem einfachen Text begleitet wird. Die alleinige Verwendung eines Icons ist kein automatischer Nachweis der Konformität.

# 2. Fügen Sie den Hinweis in die Quelldatei ein

Warten Sie nicht bis zum Hochladen der Kampagne. Die Kennzeichnung muss bereits bei der Gestaltung der Grafik oder beim Videoschnitt berücksichtigt werden, weil das Allegro-Ads-Panel sie nicht anbringt.

Bewahren Sie die Quelldatei mit einer editierbaren Kennzeichnungsebene auf. So können Sie leichter Varianten für unterschiedliche Formate erstellen und die Position des Textes korrigieren, wenn die Vorschau eine Kollision mit der Benutzeroberfläche zeigt.

# 3. Sorgen Sie für Sichtbarkeit bei der ersten Darstellung und für Barrierefreiheit

Die Zielgruppe sollte weder Bedingungen noch eine Kampagnenbeschreibung oder ein zusätzliches Menü öffnen müssen, um von der künstlichen Herkunft des Materials zu erfahren. Der Hinweis muss beim ersten Kontakt wahrnehmbar sein.

Achten Sie in der Praxis auf:

  • ausreichenden Kontrast zum Hintergrund,
  • eine auf dem Smartphone lesbare Größe,
  • einfache Sprache ohne unverständliche Abkürzungen,
  • keine Überdeckung durch Schaltflächen, Preis, Logo, Produktkennzeichnung oder den Hinweis „Gesponsert“,
  • eine ausreichend lange Einblendung im Video,
  • eine Kennzeichnung auch auf dem statischen Posterbild, wenn dieses der erste sichtbare Teil der Anzeige sein kann.

# 4. Prüfen Sie jede Variante und den Sicherheitsbereich

Allegro empfiehlt ausdrücklich, die Vorschau auf Desktop, Tablet und Smartphone zu prüfen. Ein Element, das auf einem großen Banner sichtbar ist, kann auf einem kleineren Bildschirm abgeschnitten, verdeckt oder unlesbar werden.

Vor der Aktivierung:

  1. Öffnen Sie alle verfügbaren Vorschauen.
  2. Prüfen Sie jeden Breakpoint und jede Formatvariante.
  3. Kontrollieren Sie das erste Bild und das Posterbild der Videoanzeige.
  4. Stellen Sie sicher, dass der Hinweis innerhalb des Sicherheitsbereichs liegt.
  5. Erstellen Sie Screenshots der Vorschauen für die Kampagnendokumentation.

Allegro nennt in seiner Mitteilung keine allgemeingültige Mindestgröße für die KI-Kennzeichnung. Legen Sie daher nicht eine feste Zahl für alle Formate zugrunde, sondern bestätigen Sie die Lesbarkeit in der tatsächlichen Vorschau.

# Was gilt für Anzeigen, die vor dem 2. August 2026 erstellt wurden?

Die Europäische Kommission erklärt, dass Inhalte, die vor dem 2. August 2026 generiert wurden, nicht nachträglich gekennzeichnet werden müssen, auch wenn eine freiwillige Kennzeichnung empfohlen wird. Allegro weist zugleich darauf hin, dass die Plattform Werbetreibenden keine Liste aktiver Werbemittel zusenden wird, die sie prüfen sollten.

Erstellen Sie daher eine Bestandsaufnahme, statt anzunehmen, eine „alte Kampagne“ löse das Problem automatisch:

  • Halten Sie fest, wann die Datei generiert und erstmals veröffentlicht wurde.
  • Prüfen Sie, ob das Material nach dem 2. August wesentlich bearbeitet oder erneut generiert wurde.
  • Dokumentieren Sie das verwendete Tool, den Umfang der Änderungen und die Grundlage Ihrer Entscheidung.
  • Erwägen Sie eine freiwillige Kennzeichnung, wenn die Herkunft unklar ist oder das Werbemittel die Zielgruppe leicht irreführen kann.

Die FAQ der Kommission beantworten nicht jedes Szenario einer erneuten Aktivierung, einer Überarbeitung oder der Kombination alter und neuer Elemente. Solche Fälle sollten individuell bewertet werden, insbesondere bei Kampagnen mit großer Reichweite.

# Materialien von Herstellern, Großhändlern oder Agenturen

Nach Angaben von Allegro sind Werbetreibende für die veröffentlichte Anzeige auch dann verantwortlich, wenn sie die Datei von einem Hersteller, einer Marke oder einem Großhändler erhalten haben. Die Plattform empfiehlt, den Lieferanten zu fragen, ob das Material mithilfe von KI erstellt oder verändert wurde.

Nach der KI-Verordnung kann die genaue rechtliche Rolle davon abhängen, wer das System tatsächlich eingesetzt hat und unter wessen Kontrolle dies geschah. Arbeitet eine Agentur oder ein Freelancer im Namen und unter der Verantwortung einer Marke, beseitigt die Auslagerung der Produktion das Risiko nicht. Erhalten Verkäufer eine fertige Datei von einem unabhängigen Lieferanten, kann die rechtliche Einordnung komplexer sein. Operativ veröffentlichen sie jedoch weiterhin ein Material, dessen Herkunft sie kennen sollten.

Verlangen Sie im Briefing oder bei der Dateiübergabe:

  • eine Erklärung dazu, ob und wo KI eingesetzt wurde,
  • den Namen des Tools und das Datum der Generierung oder Bearbeitung,
  • eine Liste der künstlichen und der authentischen Elemente,
  • die Quell- und die Exportversion,
  • Informationen zur angebrachten Kennzeichnung,
  • den Namen der Person, die das fertige Werbemittel freigegeben hat.

# Prüft und lehnt Allegro eine nicht gekennzeichnete Anzeige ab?

Allegro erklärt, dass die Plattform KI nicht automatisch erkennt und die Kennzeichnung bei der Moderation nicht prüft. Zudem soll eine Grafik oder ein Video nicht allein wegen einer fehlenden Kennzeichnung abgelehnt werden. Allegro kann jedoch um eine Bearbeitung bitten, wenn die Kennzeichnung außerhalb des Sicherheitsbereichs liegt, und nach einer Meldung der Anzeige Kontakt zu Werbetreibenden aufnehmen.

Das ist der wichtige Unterschied zwischen Plattformkontrolle und Rechtskonformität. Eine Anzeige kann die Moderation bestehen und dennoch korrigiert werden müssen. Das Ausbleiben eines automatischen Hinweises, einer Ablehnung oder einer Nachricht von Allegro ist kein „grünes Licht“ nach dem AI Act.

# Bußgelder ohne Clickbait

Artikel 99 der KI-Verordnung sieht für Verstöße gegen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder bis zu 3 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens im vorangegangenen Geschäftsjahr vor – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für KMU einschließlich Start-ups gilt der niedrigere der jeweils einschlägigen Höchstbeträge.

Das ist keine automatische Strafe für einen einzelnen fehlenden Hinweis. Art und Höhe der Maßnahme sollen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein. Bei der Entscheidung werden unter anderem Art, Schwere und Dauer des Verstoßes, die Verantwortlichkeit, Vorsatz sowie Abhilfemaßnahmen berücksichtigt.

Auch eine KI-Kennzeichnung löst nicht alle anderen Risiken. Das Werbemittel muss weiterhin den Regeln von Allegro, dem Urheberrecht, dem Recht am eigenen Bild und den Vorschriften zum Schutz von Verbrauchern vor irreführender Werbung entsprechen.

# Checkliste für die Prüfung von Allegro-Ads-Werbemitteln

Führen Sie vor dem Start einer neuen Kampagne oder bei der Prüfung aktiver Materialien diese neun Schritte durch:

  1. Erstellen Sie eine Bestandsaufnahme aller Grafiken, Videos, Posterbilder und Varianten auf sämtlichen Konten.
  2. Klären Sie die Herkunft jeder Datei sowie das Datum ihrer Generierung, Bearbeitung und ersten Veröffentlichung.
  3. Fragen Sie den Lieferanten, Hersteller oder die Agentur nach dem KI-Einsatz und bewahren Sie die Antwort auf.
  4. Führen Sie den Deepfake-Test durch: Ähnlichkeit, Realitätsbezug und die Gefahr eines falschen Eindrucks von Authentizität.
  5. Wählen Sie einen passenden Hinweis, der den tatsächlichen Umfang der KI-Nutzung wiedergibt und weder bei einer kleinen Änderung eine vollständige Generierung suggeriert noch umgekehrt.
  6. Fügen Sie die Kennzeichnung in der Quelldatei ein, bevor Sie die Grafik oder das Video für das Ads-Panel exportieren.
  7. Prüfen Sie alle Vorschauen, Sicherheitsbereiche, das erste Bild und das Posterbild auf Desktop, Tablet und Smartphone.
  8. Archivieren Sie die Entscheidung zusammen mit der Dateiversion, den Quellen, Screenshots der Vorschau und der freigebenden Person.
  9. Bewerten Sie das Material nach Änderungen erneut, etwa nach Änderungen am Produkt, an der Szene, am Schnitt, am Generator, an der Variante oder an der Ausspielung.
Ablauf zur Prüfung einer KI-Werbung von der Herkunft über Bewertung und Kennzeichnung bis zu Vorschau und Archivierung

Der praktische FAEO-Ablauf: Herkunft, Bewertung, Kennzeichnung, Vorschau und Dokumentation der Entscheidung.

Wenn Sie Unterstützung dabei benötigen, Werbemittel und Kampagnen zu ordnen, informieren Sie sich über die Betreuung und Optimierung von Allegro Ads durch FAEO. Ein operatives Audit ersetzt keine individuelle Rechtsberatung, hilft aber dabei, fehlende Quellen, Kennzeichnungen und mobile Varianten schnell zu finden.

# Die häufigsten Fehler von Werbetreibenden

  • jede Grafik zu kennzeichnen, nur weil die Software eine KI-Funktion hatte,
  • eine realistische Szene nicht zu kennzeichnen, weil das Produkt selbst echt ist,
  • die Beispiele von Allegro wie eine automatische rechtliche Einstufung zu behandeln,
  • darauf zu warten, dass das Allegro-Ads-Panel die Kennzeichnung selbst hinzufügt,
  • den Hinweis außerhalb des Sicherheitsbereichs zu platzieren,
  • nur die Desktop-Version zu prüfen,
  • das erste Bild, den Ton oder das Posterbild einer Videoanzeige zu übergehen,
  • eine Datei vom Hersteller ohne Angaben zur Herkunft zu übernehmen,
  • das Bestehen der Moderation als Nachweis der Rechtskonformität zu betrachten,
  • Höchststrafen ohne Erklärung der Verhältnismäßigkeit als Clickbait zu verwenden,
  • anzunehmen, eine KI-Kennzeichnung mache eine falsche Produktdarstellung rechtmäßig,
  • das Tool für Angebotsbilder mit dem Prozess für Allegro-Ads-Werbemittel zu verwechseln.

# Was Sie mitnehmen sollten

Die neuen Regeln beenden den Einsatz von KI in der Werbung nicht. Sie machen aus einem bislang undokumentierten Produktionsschritt einen Prozess, der dokumentiert und – wenn das fertige Material ein Deepfake ist – gegenüber der Zielgruppe klar offengelegt werden muss.

Die einfachste operative Regel lautet: Kennen Sie die Herkunft der Datei, bewerten Sie die Aussage des fertigen Werbemittels, kennzeichnen Sie entsprechend dem Umfang der KI-Nutzung und testen Sie die tatsächliche Vorschau auf jedem Gerät. Kennzeichnen Sie nicht blind alles, verlassen Sie sich aber auch nicht darauf, dass ein fehlender Hinweis im Panel Werbetreibende von ihrer Verantwortung befreit.

# Quellen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Tags:#allegro

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